Nachlese

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Umwidmung von Gebäuden - Stadtspaziergang im Januar 2012

Stadtspaziergang des Heimatbundes

Fast einer Prozession glich der jüngste Stadtspaziergang des Heimatbundes. Mit etwa 80 Teilnehmern waren alle Erwartungen übertroffen worden. Weshalb man anfänglich auch auf ein Mikrofon verzichtet hatte. Im Verlauf der Veranstaltung wurde es dann eingesetzt.
Der Gang unter dem Motto „Umwidmung von Gebäuden“ führte zunächst zum alten Amtsgericht, wo Peter Thorwesten, Justizfachwirt a.D., einen ebenso informativen wie humorvollen Vortrag hielt. Er ging nicht so sehr auf die Vergangenheit des Hauses ein als viel mehr auf histörliche Begebenheiten innerhalb desselben. Offensichtlich zum Vergnügen der Zuhörer. Viel Heiterkeit erregte seine Erwähnung diverser Räume im Gericht, in denen auch einige Lippstädter „Knastbrüder auf Zeit“ geworden seien. Ganz nebenbei erläuterte Thorwesten auch noch die Struktur des deutschen Rechtswesens.
Die Präsentation der Jakobikirche durch Pfarrer Dr. König wurde eingeleitet durch einen stimmungsvollen musikalischen Beitrag. Ein kleines Orchester der Musikschule Lippstadt unter Leitung von Frau Engbert brachte drei Klassiker zu Gehör, die von den Zuhörern sehr beifällig angenommen wurden.
Pfarrer Dr. König ging in seinem Beitrag zunächst auf die Geschichte der Jakobikirche ein. Um dann überzuleiten auf die Neuzeit, in der der Bedarf an Gotteshäusern immer mehr gesunken sei. Sodass sich auch die Ev. Kirchengemeinde zu dem Schritt gezwungen sah, eine ihrer Kirchen der „übrigen Welt zu öffnen“. Gottlob sei das in Lippstadt, im Gegensatz zu vielen anderen Städten, auf eine recht pietätvolle Art gelungen.
Station Nummer drei war das ehemalige Postgebäude. Heinrich Strunk, langjähriger Personalratsvorsitzender bei der Post, zeichnete ein äußerst plastisches Bild von seinem ehemaligen Wirkungskreis. So von Zeiten, in denen Briefe wie Pakete vier Mal täglich zugestellt wurden. Das Gebäude an der Langen Straße sei im Jahre 1905 errichtet worden, nach Zwischenstationen in der Poststraße, der Klusestraße und zuletzt in der Bahnhofstraße. Auch die Kosten für den Neubau ließ Strunk nicht unerwähnt: 350.000 Mark.
Den Abschluss des Stadtspaziergangs bildete die Einkehr in der ehemaligen Landeszentralbank. Im heutigen Genusswerk wurden die Spaziergänger von der Juniorchefin Jana Contursi begrüßt und über die neue Art des Hauses informiert. Anschließend gab Rainer Liebersbach einen kurzen und prägnanten Rückblick auf die Entwicklung von der Reichsbank zur Landeszentralbank. Und dann ging es über zu Kaffe, Kuchen und anderen Getränken.
Fazit eines Teilnehmers: So dürften Spaziergänge immer enden.

Die 12 Apostel - Stadtspaziergang im Februar 2012

Am Samstag 11.2.2012 fanden sich bei frostigen Temperaturen mehr als 30 Interessierte ein, um mit Ulrich Bökenkamp und Marlies Wigge den Spuren der "12 Apostel" zu folgen. So wurden im letzten Jahrhundert die Geschäfte genannt, die entlang der Lange Straße Lebensmittel, Genusswaren und andere Güter verkauften. Die Gäste erfuhren von der Kunst des geschickten Verpackens der Waren in einer Zeit ohne Einwegverpackung, von einer der Wasserhärte angepassten Lippstädter Teemischung und anderen Details aus der Welt des Einzelhandels. Das Foto entstand vor dem Haus, in dem die Familie Kovert lange ein Delikatessengeschäft betrieb und von dort die Lippstädter mit guten Dingen versorgte.

Traditionelles Grünkohlessen

Am Dienstag, 1. Februar 2011, fand das jährliche Grünkohlessen des Heimatbundes Lippstadt statt, zu dem diesmal Vorstand und Beirat Gäste der neuen Hochschule Hamm Lippstadt eingeladen hatten. "Die halbe Hochschule" war vertreten, wie ihr Präsident Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld bei in einer kurzen Rede erläuterte.

Bei deftigem und gutem Essen tauschte man sich aus über die historischen Besonderheiten von Lippstadt und die Geschichte des neuen Baugrundes am Himmelreich sowie die spannende Aufbauphase einer Hochschule, die in schnellen Schritten wächst. Der Abend bei Landgräbers brachte einen alten Verein ( der Heimatbund wird 90 ) und ein junges Hochschulteam einander näher. Man vereinbarte, sich demnächst gemeinsam noch einmal die Stadt anzusehen und vor allem die Hochschule und ihren Betrieb bei einem Besuch kennenzulernen.

Im Bild: Prof. Zeppenfeld, Prof. Haupert, Uli Heße und Dr. Marlies Wigge vom Heimatbund

Lippstadt im 14./15. Jahrhundert: Zünfte und Handwerker

Am Samstag, den 13. Februar 2010, fand unter großer Beteiligung – ca. 70 Interessierte hatten sich trotz des Winterwetters eingefunden – der 2. Stadtspaziergang im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum 825-jährigen Stadtjubiläum statt.
Unter der Leitung von Ulrich Heße und Wolfgang Brülle wurde der Bedeutung der Zünfte oder Ämter, wie sie in Lippstadt bezeichnet wurden, nachgegangen. Dazu gehörten die Kontrolle über die Anzahl der Handwerker und Gesellen, die Aufstellung von Regeln des Handwerkberufes und deren Überwachung.
Auch wirtschaftliche, religiöse, soziale und militärische Aufgaben (Feuerwehr, Schutz der Stadtmauern, Qualitätsbestimmungen, Begrenzung der Produktionsmengen) hatten die Ämter inne.
Anfangs hatten die Ämter keinen politischen Einfluss. Erst als die Handwerker den Hauptteil des Steueraufkommens aufbrachten, verlangten sie auch ein Mitsprachrecht im Magistrat. 1531 wurde die Vorherrschaft der Patrizier gebrochen und die Ratsverfassung geändert. Im „Tribunium“ – einem „Nebenrat“ – befassten sich die gewählten Richtleute nun mit wirtschaftlichen und politischen Fragen, übten aber auch eine Finanzkontrolle gegenüber dem Stadtrat aus.
Bis 1670 waren 9 Ämter in Lippstadt belegt. Heute gibt es nur noch 4 sichtbare Zeugnisse in der Stadt: das Cramer- oder Krämeramt (Brüderstr. 9), das Schmiedeamt (Rathausstr. 6), das Lohgerberamt (Cappelstr./vor dem Ostchor der Nicolaikirche) und das Metzgeramt (Poststr. 24).
Hier bildete der Besuch im Inneren des Metzgeramtshauses den Abschluss des Stadtspaziergangs. Am Beispiel des Metzgeramtes, der einzigen seit dem Mittelalter noch amtierenden Zunft in Deutschland, erklärte Wolfgang Brülle, z. Zt. Erster Droste des Amtes, die Arbeit und Aufgaben der Ämter.

Baumpflanzung im Stiftspark

Der Heimatbund Lippstadt beteiligte sich erneut mit einer "Baumspende" an der Erneuerung des Baumbestandes in Lippstadt. Nach Pflanzung von Bäumen am Evangelischen Gymnasium und Beteiligung an der Pflanzung von Eschen an der südlichen Umflut stand nun derStiftspark im Blickpunkt.
Der Orkan Kyrill, der am 19. Januar 2007 über Lippstadt hinwegfegte, richtete dort damals schwere Schäden an, und einige alte Bäume stürzten um. Damit verschwanden Bäume, die noch vom Stiftsrentmeister Blankenburg im ausgehenden 19. Jahrhundert gepflanzt worden waren. Nach "Kyrill" wurde der Baumbestand im Stiftspark in der Folgezeit durch gezielte Nachpflanzungen erneuert. Der Heimatbund Lippstadt pflanzte nun, beraten und unterstützt durch das Grünflächenamt der Stadt, eine Goldulme.
Beim Ortstermin am Samstag, den 15.1.2011 wurde den Vereinsmitgliedern von Lothar Dreckhoff vom Grünflächenamt der Stadt der Baum dann vorgestellt. Die noch junge Goldulme wird mit anderen, nicht alltäglichen Bäumen, die dort schon stehen, den Charakter des Stiftspark als Oase der Ruhe und des Besonderen prägen.
Auf dem Foto - von rechts: Wolfgang Brülle, Dr. Marlies Wigge und Willi Kröger vom Heimatbund Lippstadt
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